Brandschutz in der Weihnachtszeit: Worauf Sie bei Kerzen, Lichterketten und Akkus achten müssen
Zuletzt aktualisiert: 14. September 2026 ·Lesezeit ca. 5 Min.
Das Wichtigste in Kürze:
Zwischen Adventkranz, Christbaum und neuen Elektrogeräten steigt im Dezember die Zahl der Wohnungsbrände spürbar. Die Ursachen sind fast immer dieselben: eine unbeaufsichtigte Kerze, eine überlastete Steckdosenleiste, ein trockener Christbaum oder ein Akku, der über Nacht am Billigladegerät hängt. Die gute Nachricht: Mit wenigen, konsequent eingehaltenen Regeln lässt sich das Risiko deutlich senken.
Warum steigt das Brandrisiko in der Weihnachtszeit?
Weil in dieser Zeit mehrere Risikofaktoren zusammentreffen: offenes Feuer in Form von Kerzen, viel leicht entflammbare Dekoration, zusätzliche elektrische Verbraucher und eine gehörige Portion Hektik. Genau diese Kombination führt dazu, dass die Brandgefahr im Advent regelmäßig unterschätzt wird.
- Offene Flammen: Kerzen auf Adventkranz, Christbaum und Fensterbrett stehen oft direkt neben Zweigen, Papier oder Textilien.
- Trockene Dekoration: Tannenzweige verlieren in beheizten Räumen binnen Tagen Feuchtigkeit und brennen dann in Sekunden lichterloh.
- Mehr Strom auf engem Raum: Lichterketten, Beleuchtung und Ladegeräte hängen häufig an derselben Mehrfachsteckdose.
- Abgelenkte Aufmerksamkeit: Besuch, Kochen und Geschenke – die brennende Kerze im Nebenzimmer gerät leicht in Vergessenheit.
Welche Brandgefahren lauern im Advent?
Drei Risiken tauchen in fast jedem Einsatzbericht der Adventzeit auf: offene Kerzen, elektrische Beleuchtung und frisch ausgepackte Akkugeräte. Für jede davon gibt es einfache Regeln.
Echte Kerzen an Adventkranz und Christbaum
Echte Kerzen sind die häufigste Brandursache in der Adventzeit – gefährlich werden sie vor allem dann, wenn sie unbeaufsichtigt bleiben oder zu nah an trockenem Grün, Papierdeko oder Vorhängen stehen. Wer nicht auf sie verzichten will, sollte drei Regeln einhalten:
- Kerzen niemals unbeaufsichtigt brennen lassen – auch nicht „nur kurz" beim Verlassen des Raums.
- Auf standfeste, nicht brennbare Halter achten und ausreichend Abstand zu Zweigen und Dekoration halten.
- Adventkranz und Christbaum feucht halten. Ein trockener Kranz ist am Ende der Adventzeit ein Brandbeschleuniger.
Sicherer Ersatz: LED-Kerzen und Lichterketten erzeugen dieselbe Stimmung ohne offene Flamme. Wenn es echtes Wachs sein soll, greifen Sie zu Sicherheitskerzen, die von selbst verlöschen, bevor sie herunterbrennen.
Lichterketten und Mehrfachsteckdosen
Entscheidend sind Prüfzeichen und der Zustand der Kabel: Verwenden Sie nur Lichterketten mit CE- oder GS-Kennzeichnung und sortieren Sie jedes Exemplar mit beschädigter Isolierung, gebrochenem Stecker oder wackelndem Kontakt konsequent aus.
- Vor dem Aufhängen die gesamte Kette abrollen und Kabel, Stecker und Fassungen prüfen.
- Für den Außenbereich nur Ketten verwenden, die ausdrücklich dafür zugelassen sind.
- Mehrfachsteckdosen nicht hintereinander schalten und nicht überlasten.
- Beleuchtung nachts und bei Abwesenheit ausschalten – am einfachsten mit einer Zeitschaltuhr oder einer steuerbaren WLAN-Steckdose, die sich vom Handy aus abschalten lässt.
Neu verschenkte Akkugeräte
Zu Weihnachten gehen viele Geräte auf einmal in Betrieb – oft No-Name-Produkte ohne geprüfte Zellen, die alle gleichzeitig geladen werden. Lithium-Ionen-Akkus können bei Defekten, mechanischer Beschädigung oder mit ungeeigneten Ladegeräten überhitzen, sich entzünden und in Brand geraten.
- Beim Kauf: auf Prüfzeichen und Herstellerangaben achten, keine auffällig billigen Ersatzakkus.
- Beim Laden: nur das mitgelieferte oder ein passendes, geprüftes Ladegerät verwenden.
- Wo laden: auf nicht brennbarer Unterlage, nicht auf dem Sofa, nicht im Fluchtweg, nicht unbeaufsichtigt über Nacht.
- Zusätzlicher Schutz: feuerfeste Akkutaschen oder Ladeboxen begrenzen einen möglichen Brand – für Handy, Dokumente und E-Bike-Akkus gibt es passende Größen, gebündelt im Akku-Sicherheitsset.
- Warnzeichen: aufgeblähte, heiße oder verformte Akkus sofort außer Betrieb nehmen und fachgerecht entsorgen.
Wie schützen Sie Ihren Haushalt, wenn es doch brennt?
Vorbeugung senkt das Risiko, ausschließen lässt sich ein Entstehungsbrand nie. Entscheidend sind dann zwei Dinge: dass Sie rechtzeitig gewarnt werden und dass ein Löschmittel in Reichweite ist.
Löschdecke und Feuerlöscher
Mindestens eine Löschdecke und ein Feuerlöscher gehören in jeden Haushalt – beide griffbereit und nicht im hintersten Kellerregal. Entscheidend ist, dass jeder im Haushalt weiß, wo sie liegen und wie sie funktionieren – im Ernstfall bleiben dafür keine Minuten. Eine Übersicht aller Produkte für den Brandschutz zu Hause finden Sie in der Kategorie Brandschutz.
| Mittel | Wofür | Worauf achten |
|---|---|---|
| Löschdecke | kleine Entstehungsbrände, brennende Dekoration, Kleidung | Größe mindestens 120 x 120 cm, in Küche und Wohnraum griffbereit |
| Feuerlöscher | Entstehungsbrände im Wohnbereich | regelmäßig prüfen lassen, Handhabung vorab einmal ansehen |
| Rauchwarnmelder | frühzeitige Warnung, vor allem nachts | Standard EN 14604, fest eingebaute Batterie mit langer Laufzeit |
Wichtig: Ein Löschversuch hat immer Vorrang gegenüber Sachwerten – aber nur, solange er ohne Eigengefährdung möglich ist. Im Zweifel gilt: Raum verlassen, Tür schließen, alle warnen, Feuerwehr rufen (122).
Der richtige Rauchwarnmelder
Empfehlenswert sind Geräte nach EN 14604 mit fest eingebauter Lithium-Batterie und rund zehn Jahren Laufzeit – damit entfällt der jährliche Batteriewechsel, der in der Praxis oft vergessen wird. Montiert wird an der Zimmerdecke, möglichst mittig im Raum.
- Schlaf- und Kinderzimmer sowie Flure, über die Fluchtwege führen, zuerst ausstatten.
- Nicht direkt neben Lüftungsöffnungen oder in Küchen- und Baddampf montieren – das führt zu Fehlalarmen.
- Funktion einmal im Monat über die Testtaste prüfen.
- Wo mit Holz, Pellets oder Gas geheizt wird, gehört zusätzlich ein Kohlenmonoxid-Warnmelder in den Raum – Rauchwarnmelder erkennen das geruchlose Gas nicht.
Ob Rauchwarnmelder Pflicht sind, regeln in Österreich die Bauordnungen der Bundesländer und damit die Vorgaben in Ihrem Bundesland. Unabhängig davon sind sie die günstigste Lebensversicherung im Haushalt.
Checkliste: Wie machen Sie Ihre Wohnung weihnachtssicher?
Gehen Sie die folgenden Punkte einmal vor dem ersten Advent durch – die meisten sind in wenigen Minuten erledigt.
- Kerzen nie unbeaufsichtigt lassen, besonders nicht neben Zweigen und Dekoration.
- Wo möglich LED-Kerzen oder Sicherheitskerzen verwenden.
- Lichterketten auf CE- oder GS-Zeichen und unbeschädigte Kabel prüfen.
- Nur geprüfte Akkugeräte verschenken, sicher und beaufsichtigt laden.
- Adventkranz und Christbaum regelmäßig befeuchten.
- Löschdecke und Feuerlöscher griffbereit halten, Standort allen sagen.
- Steckdosenleisten nicht überlasten und nicht hintereinander stecken.
- Kinder und Haustiere nie mit brennenden Kerzen allein lassen.
- Rauchwarnmelder montieren und Funktion prüfen.
- Für den Fall eines Stromausfalls in der kalten Jahreszeit: Notbeleuchtung und Vorräte prüfen – alles dazu in der Kategorie Blackout-Vorsorge.
Häufige Fragen
Darf ich echte Kerzen am Christbaum verwenden?
Woran erkenne ich eine sichere Lichterkette?
Wie lade ich neue Akkugeräte sicher?
Welche Größe soll eine Löschdecke haben?
Wie oft muss ich einen Rauchwarnmelder prüfen?
Jürgen Hell leitet den Betrieb des Zivilschutz-Shop.at und ist Mitarbeiter des Zivilschutzverbands Oberösterreich. Seit über 20 Jahren ist er aktiv bei der Feuerwehr – seine Einschätzungen zu Brandursachen stammen aus Einsätzen, nicht aus Broschüren. Schwerpunkte: vorbeugender Brandschutz im Haushalt, Rauchwarnmelder und Löschmittel sowie der sichere Umgang mit Lithium-Akkus. Erreichbar unter hell@zivilschutz-shop.at und 0732 / 27 21 21.
Stand: August 2026. Dieser Beitrag gibt allgemeine Empfehlungen und ersetzt keine behördliche Beratung. Maßgeblich sind die Vorgaben der Bauordnung Ihres Bundeslandes.